Die teuerste Pause der Welt: Warum der amerikanische Super Bowl nicht nur für den Sport berühmt ist
Der Super Bowl, das Finale der National Football League (NFL) ist in den USA das nationale Großereignis und für den normalen Fan der Sport Wette somit ein Pflichttermin. Auch rund um den Globus gilt dieses Spiel als größtes Einzelsportevent überhaupt. Am 3. Februar 2013 werden wieder rund eine Milliarde Zuschauer live dabei sein, wenn die San Francisco 49ers und die Baltimore Ravens um die „Vince Lombardi Trophäe“ im Mercedes-Benz Superdome in New Orleans kämpfen.
Nicht nur das Spiel selbst wird für emotionale Höhepunkte sorgen. Auch die Pausen haben es in sich. Zum einen gibt es wie jedes Jahr eine spektakuläre Halbzeit-Pausenshow. Man wird sich unter anderem an den Nipplegate-Skandal im Jahr 2004 erinnern. Als Janet Jackson gerade „I’m gonna have you naked by the end of this song“ sang, schuf ihr Bühnenpartner Justin Timberlake klare Fakten: Mit einem kühnen Ruck riss Timberlake der Sängerin Oberteil und BH herunter, wonach die Welt ein wenig mehr über die körperlichen Beschaffenheiten von Frau Jackson Bescheid wusste. Angeblich war nur geplant, eine schwarze Corsage zu lüften, am Ende hatte die amerikanische Öffentlichkeit eine handfeste Diskussion um Moral im TV, inklusive Klagen entrüsteter Amerikanerinnen und ein Sendeverbot für MTV. 2013 wird Beyoncé die Show machen, im Jahr davor war es Madonna. Doch außer für Megastar-Entertainment sind die Pausen des Super Bowl auch dafür bekannt, dass sie die teuersten Werbeplätze der Welt sind.
Für 30 Sekunden TV-Werbezeit müssen große Konzerne in diesem Jahr zwischen 3,7 und 3,8 Millionen Dollar hinlegen. Dennoch sind beim übertragenden Fernsehsender NBC nur noch Restplätze buchbar. Es geht vor allem um die rund 115 Millionen Zuschauer des heiß umworbenen US-Marktes. Traditionell interessieren sich für den Super Bowl Abend vor allem die großen Automarken. Und dabei darf es ruhig ein wenig kreativer als sonst zugehen. Damit man auch ja nichts verpasst, werden die Werbespots schon Wochen zuvor im Internet präsentiert. So handhabte es im letzten Jahr auch Volkswagen. Die Wolfsburger konfrontierten Amerika und die Welt zuerst mit einem Hundechor, der den Marsch aus „Star Wars“ bellte – was offenbar ankam. Denn kurz vor dem Super Bowl tauchte dann auf Youtube ein Filmchen mit einem dicken Hund auf, der vergeblich einem VW Beetle nachjagt. Aktuell ist aber noch offen, ob VW ein weiteres Mal für bellende Pausenfüller sorgt. Auch BMW hat sich offiziell noch nicht entschieden. Von Audi wiederum weiß man, dass die Ingolstädter auch 2013 dabei sein werden. An der Seite von Hyundai und Kia. Und während General Motors seinen Verzicht angekündigt hatte, bereitet Mercedes seinen Wiedereinstieg vor. Die Stuttgarter Nobelmarke hatte sich bei ihren großen Werbe-Aktivitäten im letzten Jahr allein auf die Oscar Verleihung gestützt – aber was will man machen, wenn das Super Bowl Stadion nach Mercedes-Benz benannt ist?
Bei aller automobilen Hochtourigkeit am Tag der Tage – was derzeit im Internet für die meisten Hingucker gut ist, ist eine Kampagne des Chipherstellers Doritos. “Crash the Super Bowl” heißt sie und fordert die Netzgemeinde auf, einen witzigen, aufmerksamkeitsstarken Spot selbst zu produzieren. Über die fünf Finalsten kann auf Facebook abgestimmt werden. Wer es dann nach dem Super Bowl auf die endgültige Gewinnerliste der Zeitung USA Today schafft, darf sich auf Preisgelder bis zu einer Million Dollar freuen! Bei den heutigen kleinen Kameras mit Full HD-Format kann dabei das wirkliche Hauptereignis, der Super Bowl und manche Football Wetten bei den kreativen Fans dazu ins Hintertreffen geraten.


