Telefonmitschnitt – heimliches Mithören oder ein legitimes Hilfsmittel?
Ein Telefonmitschnitt an sich ist nicht verwerflich, allerdings kommt es darauf an, unter welchen Umständen das Mitschneiden eines Telefongesprächs stattfindet. Denn es ist durchaus legitim, während eines Telefonats ein entsprechendes Mitschneidegerät eingeschaltet zu lassen, wenn beide Parteien darüber informiert und auch einverstanden sind. Dies geschieht beispielsweise beim Training von Call Center Agenten, wo solch ein Telefonmitschnitt eine äußerst hilfreiche Unterstützung bietet, um die Stärken und Schwächen des jeweiligen Kandidats bei der Gesprächsführung offen zu legen. Ähnliches gilt, wenn man beispielsweise – egal ob als Geschäftsmann oder Privatperson – viele wichtige Telefonate zu führen hat und den Telefonmitschnitt lediglich als eine effektive Gedächtnisstütze gebraucht.
Mitunter wird so ein Mitschneiden der Telefongespräche aber gar nicht von einer der am Telefonat beteiligten Personen durchgeführt sondern von einem Dritten, der dies unerkannt im Hintergrund vornimmt. Hierzu wird die Leitung angezapft, wie man es so schön sagt, und die Gesprächsteilnehmer bekommen von dem Telefonmitschnitt erst gar nichts mit. Dieses heimliche Mithören kann durchaus von einer staatlichen Stelle aus initiiert worden sein, etwa wenn wenigstens einer der Beteiligten als Verdächtigter gilt, gegen den verdeckt ermittelt wird. Letztendlich kann aber solch ein heimlicher Telefonmitschnitt von jedermann vorgenommen werden, der über die entsprechende Technik verfügt. Und diese ist heutzutage ohne Weiteres frei erhältlich, zum Beispiel in einem entsprechenden Online Shop. Ob für Analog-Anschluss, ISDN oder das Handy – hier findet man immer die passende Lösung für das Mitschneiden von Telefonaten.
Gisela Bsdok abisz2@gmx.net


